Ein Chemotherapeutikum muss eine bestimmte Konzentration im Organismus erreichen, um eine Wirkung ausüben zu können. Ist der Spiegel zu niedrig, gibt es gar keinen oder einen zu schwachen Effekt. Ist die Konzentration zu hoch, treten Nebenwirkungen bis zu Vergiftungen auf. Es war der mittelalterliche Arzt Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, der uns lehrte, dass jedes Arzneimittel auch ein Gift und umgekehrt jedes Gift ein Arzneimittel ist: es kommt immer nur auf die Dosis an. Man spricht von einer Dosis/Wirkung Beziehung. Für die gesamte Behandlung muss ein konstanter Blutspiegel eines Chemotherapeutikums aufrechterhalten werden.
Es kommt nicht so sehr darauf an, wie viel von einem Impfstoff injiziert wird. Das Immunsystem reagiert auf kleine Mengen eines Eindringlings nicht viel anders als auf große Mengen. Viel wichtiger ist es, dass innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne nach der ersten Impfung eine Auffrischung erfolgt. Bei der ersten Impfung spricht man von Priming; die darauf folgenden Impfungen werden als Boost bezeichnet. Auf diesem Prinzip basiert auch die Krebsimpfung.
Jeder weitere Kontakt mit dem Impfstoff oder dem Mikroorganismus, gegen den die Impfung sich richtet, verstärkt die Immunität weiter. Nachdem eine Infektion erfolgreich bekämpft wurde, bleiben einige wenige Immunzellen zurück, die sich an den Erreger der Infektion erinnern. Während eines späteren Kontakts mit dem gleichen Mikroorganismus, lösen die Gedächtniszellen eine wesentlich raschere und effektivere Immunreaktion aus.
Die Gedächtniszellen können über einen sehr langen Zeitraum im Organismus verbleiben, vielleicht sogar ein ganzes Leben, um bei einem neuerlichen Kontakt mit dem Krankheitserreger rasch gut wirksame Verteidigungsmechanismen zu mobilisieren.
Prophylaktische Impfungen werden vor dem ersten Kontakt mit dem Erreger durchgeführt, um die Krankheit am Ausbrechen zu hindern. Therapeutische Impfungen werden bei schon bestehender Krankheit durchgeführt. Die Krebsimpfung gehört zu den therapeutischen Impfungen.