Die Dendritischen Zellen, zentrale Schaltstellen des Immunsystems. werden seit langer Zeit als Schlüssel zur Krebsimmuntherapie gesehen.
Die therapeutische Technologie von Activartis vereint das bereits etablierte Konzept der Dendritischen Zellen mit einem völlig neuen, patentgeschützten Konzept. Die DCs in Activartis’ Therapeutikum werden einem mikrobiellen Gefahrensignal (Lipopolysaccharid, LPS) ausgesetzt. Dieses führt zur Freisetzung von Interleukin-12, welches eine Polarisierung der Immunreaktion in Richtung auf die Aktivierung von Killer-T-Lymphozyten ermöglicht.
Eine komplette Eliminierung der Tumorzellen durch die Auslösung einer physiologischen Immunreaktion mittels einer therapeutischen Krebsimpfung scheint derzeit eher unwahrscheinlich. Das ist in der Funktionsweise des Immunsystems aber auch gar nicht erforderlich. Auch bei der Immunität gegen mikrobielle Antigene werden die Mikroben typischerweise nicht völlig eliminiert, sondern durch das Immunsystem auf niedrigem Niveau kontrolliert. Ein Beispiel dafür ist das Herpesvirus, das jederzeit aus seinem Versteck in den Nervenzellen herauskommen kann, wenn das Immunsystem damit beschäftigt ist, andere Eindringlinge wie etwa Grippeviren zu bekämpfen.
Im Fall der Antitumorimmunität könnte man analog annehmen, dass das Immunsystem den Tumor nicht gänzlich beseitigt, sondern die Vermehrung der Tumorzellen auf niedrigem Niveau kontrolliert. Die akute Krebserkrankung könnte damit in eine chronische Erkrankung transformiert werden.
Im Jahr 2010 konnte erstmals statistische Evidenz geliefert werden, dass die Krebsimmuntherapie den Krebspatient/innen signifikante Überlebensvorteile bringt. Die US amerikanische Biotech Firma Dendreon erhielt auf Basis dieser Daten von der US Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzioms; die Pharmafirma Bristol-Myers-Squibb (BMS) erhielt eine Zulassung zur Behandlung des Melanoms mit einem monoklonalen Antikörper, der negativ-regulatorische Rückkopplungsschleifen im Immunsystem blockiert und so spontane Antitumorimmunität potenziert. Obwohl die ersten Schritte jetzt gemacht wurden, ist das volle Potenzial der Krebsimmuntherapie noch lange nicht ausgeschöpft.
Das Ziel der neuartigen Krebsimmuntherapie von Activartis ist es, unter Verwendung von patienteneigenem Tumorgewebe das Immunsystem so zu mobilisieren, dass es eine „maßgeschneiderte“ Immunantwort auf den Tumor entwickelt und ihn dadurch unter Kontrolle bringt. Um ein Proof of Concept und erste Wirksamkeitsdaten zu liefern, wird Activartis’ Immuntherapeutikum derzeit für die Behandlung einer besonders aggressiven Form des Gehirntumors (Glioblastoma multiforme, GBM) entwickelt. Da der Activartis Krebsimpfstoff eine maßgeschneiderte Immunreaktion auslöst, ist er prinzipiell gegen alle Krebserkrankungen anwendbar.
Informationen zum Wirkungsmechanismus der Activartis Technologieplattform