Krebs-Impfstoffe, welche Dendritische Zellen (DCs) als Antigen-präsentierende Zellen (APC) zeigen, wurden gut vertragen und zeigten eine gewisse Effektivität in klinischen Studien. Interleukin (IL) - 12, ein Zytokin, das wichtig in der Unterscheidung von Typ 1 T-Helfer-Zellen (Th1) und zytotoxischen T-Lymphozyten (CTL) ist, könnte die Generierung von zellulären T-Zellen-Reaktionen unterstützen, wenn diese in einem DC-basierten Krebs-Impfstoff freigesetzt werden. Die Activartis-Technologie verwendet ein urheberrechtlich geschütztes Verfahren, das darauf basiert, mit Tumor-Antigenen angereicherte DCs bei der Belastung mit einem mikrobiellen Gefahrensignal (Lipopolysaccharid, LPS) in der Gegenwart von Interferon (IFN) zu aktivieren.
Die allgemeine Schlussfolgerung aus früheren klinischen Studien legt nahe, dass die Behandlung mit einem DC-basierten Krebsimpfstoff, der dazu fähig ist das immun-regulierende Zytokin IL-12 freizusetzen, sicher und durchführbar ist und das Potenzial hat, eine zelluläre Immunreaktion bei Krebspatienten hervorzurufen.
Die Behandlung von Patienten mit verschiedenen neoplastischen Erkrankungen deutet darauf hin, dass das Konzept der Verwendung von Tumor-Antigenen, die von den Patient/innen selbst stammen, prinzipiell gegen alle Krebserkrankungen einsetzbar ist.
Mit Tumor-Lysat angereicherte DCs wurden 6 Stunden lang LPS/IFN-? ausgesetzt und anschließend eingefroren. Die ausführliche Qualitätskontrolle gewährleistete, dass alle für eine klinische Anwendung vorausgesetzten Vorkehrungen getroffen wurden. Fünfzehn an multifokalem metastasiertem Sarkom erkrankte Patient/innen, bei denen die konventionellen multi-modalen Behandlungsmöglichkeiten bereits erschöpft waren, wurden mit dem DC Krebs-Impfstoff behandelt. Nebenwirkungen konnten bei keiner Patientin beobachtet werden. Das durchschnittliche progressionsfreie Überleben aller Patient/innen betrug 6.5 Monate; das durchschnittliche insgesamte Überleben 23.3 Monate. Derzeit leben noch 3 von 14 Patient/innen mit einer Überlebensdauer von bisher 30, 32 und 35 Monaten.
Wir konnten Helfer- sowie zytotoxische T-Zellen-Reaktionen in 5 von 6 untersuchten Patient/innen entdecken. Der DTH-Test war bei 6 von 6 Patient/innen positiv gegen das Tracer-Antigen KLH und bei 5 von 6 Patient/innen gegen die Tumor-Antigene.
Wir applizierten mit Tumorzell-Lysaten und Keyhole-Limpet-Hämocyanin (KLH)-angereicherte und 48-Stunden lang LPS/IFN-?-stimulierte, ausgewachsene DCs, die kein IL-12 exprimieren, subkutan (n-6) bei acht Patient/innen und maximal 6 Stunden lang stimulierte, halbausgewachsene (sm) DCs, die IL-12 produzieren, subkutan (n-6) oder intra-nodal (n-8) als Impfstoff an Patient/innen mit einer fortgeschrittenen soliden pädiatrischen Krebserkrankung. Es wurden keine schweren Nebenwirkungen nach der Applikation von IL-12 exprimierenden smDCs beobachtet. Nach der Immunisierung reagierte der Großteil der Patienten positiv auf KLH beim DTH-Test. Zusätzlich reagierten drei von sechs intra-nodal behandelten Patienten auf das Tumor-Ag im DTH-Test.
Dendritische Zellen (DC) für Krebsimmuntherapien sind mit Tumor-Antigenen angereichert. Diese können entweder synthetisch oder rekombinant hergestellte Antigene sein oder direkt von jedem Patienten operativ aus dem Tumor entnommen werden. Synthetische Antigene benötigen keine Operation, wogegen Tumor-Proteine das gesamte Antigen-Spektrum abdecken. Wir behandelten 9 Prostatakrebs-Patienten mit DCs, die mit rekombinanten PSA-Proteinen angereichert waren und 20 Patienten, die an Nierenzellkarzinom litten mit Tumor-Zell-Proteinen. Sämtliche Impfstoffe wurden gut vertragen. In vitro-Analysen zeigten, dass bei den behandelten Prostatakrebs-Patienten keine auffälligen Reaktionen gegenüber PSA entdeckt werden konnten. Im Gegensatz dazu führten Tumor-Zell-Proteine zu spezifischen Immunreaktionen bei mehreren Patienten. Daraus schließen wir, dass die Verwendung von Tumor-Proteinen für die Herstellung von DC Krebs-Impfstoffen, welche auf jeden Patienten individuell abgestimmt sind, Vorteile gegenüber der Verwendung von synthetischen Tumor-Antigenen hat.